Convenience - mehr als Impuls und Fertiggerichte
Convenience Food heute
Der Markt ist alt und vielfältig, die ersten Fertigsuppen aus der Tüte gab es in den 1880er Jahren. Heute ist es ein Sandwich in der Hand des zum Regionalexpress Hastenden, das Erfrischungsgetränk aus der Dose oder die Schokoladenriegel, die eine Mutter ihren Kindern gönnt. Hier wird schon deutlich, dass es beileibe nicht nur um Zeitersparnis geht. Die Kinder wollen genau dieses Getränk und diese Riegel, ob mit oder ohne Zeitknappheit. Marktstudien bestätigen diese zunächst nur gefühlte Erkenntnis. Natürlich erfordert der Alltag Flexibilität, Single-Haushalte bekochen sich seltener allein, Zeit und Geld sind knappe Güter. Schnell und bequem will der moderne Verbraucher zu seiner Nahrung kommen. Es muss jedoch noch mehr Ursachen geben. Um diese herauszufinden, lassen Firmen wie beispielsweise Marktstudie.de inzwischen Wissenschaftler über die Convenience forschen. Hierzu wurde an der EBS (European Business School) ein Stiftungslehrstuhl für Marketing und Convenience ins Leben gerufen, der das Ernährungsverhalten und speziell den Convenience-Trend auf europäischer Ebene untersucht. Dabei gehen die Forscher von der Sicht der Konsumenten aus.
Die ersten Ergebnisse lagen 2008 vor, hier konnten schon wichtige Motive erkannt werden. Die wesentlichste Erkenntnis: Die meisten der gängigen Vorurteile über Convenience-Konsumenten treffen schlicht nicht zu. Nicht der Zeitdruck, sondern die Freude am Essenseinkauf unterwegs sind der Hauptgrund für den Ernährungstrend. Jeder, der sich mit heimlicher Freude gelegentlich an der Tankstelle einen Snack kauft, der nur unterwegs infrage kommt, kann das bestätigen.
Convenience Stores
Der Trend meint nicht nur das Nahrungsangebot, sondern auch die Einkaufsgelegenheit und den dazu gehörenden Service. Die entsprechenden Shops müssen sich durch etwas auszeichnen, das der Verbraucher im sonstigen Einzelhandel nicht vorfindet. Es beginnt mit den Öffnungszeiten, in Deutschland sind es noch immer die Tankstellen, an denen Lebensmittel zuverlässig 24 Stunden 7 Tage die Woche zur Verfügung stehen. Auch die Kaufabwicklung wird bewertet, die Freundlichkeit einer Verkäuferin nachts um halb eins wird äußerst positiv bewertet. Markt-studie.de hat herausgefunden, dass die Unterschiede der Convenience Stores den Zugriff auf ein bestimmtes Produktsortiment entscheidend beeinflussen. Entsprechend sind die Läden ausgerüstet, im Kiosk gibt es etwas anderes als an der Tankstelle oder im Süßwarenfachgeschäft. Allein die Individualität eines privaten Kiosks unterscheidet sich vom einheitlichen Store einer Mineralölgesellschaft, die Kunden erwarten etwas anderes und kaufen daher anders.
Convenience ist fester Alltagsbestandteil
Diverse Marktstudien der Jahre 2009 und 2010 belegen, dass Convenience in den Alltag nahezu aller Menschen fest integriert ist. Die EBS-Studie untersuchte das Verhalten der Schweizer, Österreicher und Deutschen auf diesem Sektor, alle Anlässe und Situationen für die Unterwegsversorgung wurden erforscht und die beliebtesten Produkte ermittelt. Dabei hat die Markstudie bewusst einen Teilbereich der Convenience analysiert, denn im Ganzen umfasst diese auch die Fertiggerichte, die Tiefkühlkost oder das vorgeputzte Gemüse, die daheim verzehrt werden. Die Ergebnisse der Marktstudien belegen, wie schon in den Jahren zuvor, dass das Hauptmotiv für Convenience die Freude ist. Die soziale Akzeptanz, wer was isst, erscheint den Deutschen meist nebensächlich, bei Österreichern und Schweizern ist das nicht ganz so deutlich erkennbar. Kaffee ist der Deutschen größter Favorit, er ist das bevorzugte Unterwegsgetränk. Zu den grundlegenden Erwartungen gehören Schnelligkeit, Bequemlichkeit und dabei satt werden. Der beliebteste Snack ist das belegte Brötchen, dazu kommt das gekühlte Erfrischungsgetränk. Ein inhabergeführter Kiosk wird wegen seiner Individualität nach wie vor sehr geschätzt, die Auswahl sollte jedoch größer sein, eine schwierige Aufgabe für die sehr kleinen Läden. Die Tankstelle ist bequem und schnell, aber auch hier ist das Angebot begrenzt und oft wesentlich zu teuer. Das ist der größte Kritikpunkt. Verbraucher fühlen sich bisweilen in ihrer Lage als hungrige Reisende ausgenutzt.


