Die Ernährung der Anthroposophen
Als Anthroposophie wird eine Weltanschauungslehre bezeichnet, bei der vor allem das Spirituelle, genauer gesagt die „übersinnliche Welt“ in den Vordergrund gerückt wird. So war Rudolf Steiner, der Begründer der Erkenntnislehre, der Meinung, der Mensch könne durch bestimmtes Verhalten in ganz verschiedenen Bereichen des Lebens, Zugang zu besagter geistiger Ebene der Welt finden und indem er Körper, Geist, Natur und Kosmos in Einklang bringt, zu sich selbst finden und sich verwirklichen. Anhänger der anthroposophischen Weltanschauung sind oftmals der Meinung, dass man sich auch nach ganz bestimmten Kriterien ernähren sollte, um besagte Ziele zu erreichen. Frei nach dem Leitsatz: „Hinter allem Materiellen ist Geistiges, auch hinter der Nahrung.”
Oberste Priorität haben bei der Ernährung der Anthroposophen nicht etwa strikte Regeln, welche den Verzehr bestimmter Lebensmittel gänzlich verbieten. Im Gegenteil: Die Anthroposophie besagt, dass der Mensch stets frei entscheiden sollte, was er zu sich nimmt. Trotzdem gibt es von Seiten der Anthroposophie Empfehlungen. Beispielsweise teilen die Anthroposophen Lebensmittel in drei Kategorien ein, sodass alles, was auf den Speiseplan gehört, entweder der Gruppe „Wurzel“, der Kategorie „Blatt/Stängel“ oder den „Blüten/Früchten“ zugeordnet werden kann. Jede dieser Gruppen gilt bei den Anthroposophen als positiv für bestimmte Funktionen des Körpers. So stärken Lebensmittel der Kategorie Blatt/Stängel zum Beispiel das Herz, während „Wurzel-Lebensmittel“ positiv auf unsere Nerven wirken und Blüten/Früchte beispielsweise den Stoffwechsel ankurbeln sollen. Es wird nahegelegt, täglich aus allen Bereichen etwas verzehren um ein inneres Gleichgewicht zu erfahren. Der Verzehr von Fleisch und auch Fisch wird von den Anthroposophen als buchstäblich zu bodenständig angesehen und sollte daher ihrer Meinung nach, gemieden werden. Ähnliches gilt für einige Nachtschattengewächse. Auch diese sollen angeblich hinderlich sein, um sich auf geistiger Ebene einzufinden. Als besonders wertvoll werden dagegen Getreideprodukte empfunden.
Dass besagte Empfehlungen etwas taugen, kann nicht wissenschaftlich belegt werden. Da sich die Anthroposophen jedoch insbesondere von frischem Obst und Gemüse und gesunden Getreideprodukten ernähren und hierbei außerdem Wert darauf legen, dass ihre Lebensmittel aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft stammen, sollte gegen ihre Ernährungsweise grundsätzlich nichts einzuwenden sein.


