Kennzeichnung von Käse- und Schinkenimitaten

Autor: Svea

Themen wie Analogkäse und Mogelschinken bewegten Konsumenten im vergangenen Jahr: Da Produzenten Lebensmittelimitate noch immer für qualitativ hochwertig ausgeben, bleibt auch im neuen Jahr das Gefühl, keinen Einfluss darauf zu haben, was sie ihrem Körper zuführen. Für mehr Transparenz und Sicherheit sollen Käse- und Schinkenimitate jedoch nun EU-weit gekennzeichnet werden.

Ab 2011 können Verbraucher Käseimitat und Mogelschinken aus dem Weg gehen © Flickr / dags1974

Wie Verbraucher im vergangenen Jahr erfahren mussten, ist Käse nicht grundsätzlich ein Milchprodukt und Schinken nicht immer tierischen Ursprungs. Um möglichst kostengünstig zu produzieren, verwenden Hersteller häufig preiswerte Inhaltsstoffe wie Schwarte, Gelatine oder Brühe um kostenintensives aber qualitativ hochwertiges Muskelfleisch einzusparen. Ebenso wird Käse nicht länger aus teuerer Milch hergestellt. Produzenten ersetzen Milchfette und Milcheiweiß durch preiswerte Alternativen – Ohne dass der Verbraucher davon weiß. Durch CSU-Politikerin Ilse Aigner wird dieses Vorgehen erneut heiß diskutiert. Damit Konsumenten auf den ersten Blick sehen, was wirklich in den Produkten steckt, fordern Experten eine verbindliche Kennzeichnung für Lebensmittelimitate, nicht nur in Deutschland sondern EU-weit.

Der Kennzeichnungsvorschlag aus Deutschland fand sowohl im Agrarausschuss als auch im Umweltausschuss des Europaparlaments in Brüssel Anklang. Die Einsicht ist jedoch nicht überall vertreten: Die EU-Kommission ist bisher nicht bereit zu handeln und den Konsumenten ihren Anspruch auf Transparenz und Information bezüglich ihrer Lebensmittel zuzusprechen. Doch interessierte Konsumenten können aufatmen: Im Zuge einer Abstimmung im Kreise des Ausschusses für Gesundheit und Umwelt des EU-Parlaments entschied man sich dafür, auf den Verpackungen der Lebensmittel, die Analogkäse oder Mogelschinken enthalten, gut lesbare Vermerke zu platzieren und dies möglichst schon im nächsten Jahr und in allen Ländern der EU. Verbraucher, die Wert auf die Qualität ihrer Nahrungsmittel legen, sind dann endlich in der Lage, Schinken- und Käseimitate endgültig von ihrem Speiseplan zu verbannen.



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