Bei unserer alltäglichen Ernährung bleibt uns im Normalfall nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass die in Supermärkten angebotenen Produkte einer ausreichenden Qualitätskontrolle unterliegen und der Verzehr dieser uns nicht auf irgendeine Art und Weise schadet. Nicht alle haben schließlich einen Garten und sind in der Lage sich selbst zu versorgen. Umso verheerender und beängstigender ist es, wenn wieder einmal ein Lebensmittelskandal an unsere Ohren dringt. Aufgrund mangelnder Kontrollen oder bloßer Profitgier die Gefährdung von Menschenleben in Kauf nehmen? Einige Hersteller haben da scheinbar nur wenig Skrupel. Ähnlich könnte es bei einigen Produzenten von Gewürzen sein, oder basiert der Skandal lediglich auf einem Irrtum?
Die bekannte Organisation Greenpeace, welche insbesondere auf den Schutz unserer Umwelt bedacht ist, nahm vor kurzer Zeit Gewürzpulver unter die Lupe. Das Ergebnis der Studie, in deren Verlauf 33 Gewürzproben genommen und untersucht wurden, war nach ihrer Aussage, dass in 82 % der getesteten Ware Pflanzenschutzmittel (Pestizide) gefunden wurden. In einigen der Proben soll es sogar zu Funden unzählig verschiedener chemischer Substanzen gekommen sein. Diese gehören nach Ansicht der Non-Profit-Organisation nicht nur deshalb keinesfalls in Lebensmittel, weil sie Ökosystemen schaden und Tierarten ausrotten, sondern auch weil sie scheinbar die menschliche Gesundheit angreifen können.
Einige Supermärkte reagierten sofort, indem sie angeblich pestizidbelastete Ware aus ihrem Sortiment nahmen. Der Fachverband für Gewürzindustrie allerdings hält die gesamte Studie, sowie die Maßnahme der Verkaufsstätten für vollkommen überzogen. Der Pestizidgehalt der untersuchten Gewürze bewege sich in dem in Deutschland vorgeschriebenen Bereich. Die Organisation habe sich auf das EU-Recht bezogen, welches in diesem Fall jedoch nicht zum Tragen komme, heißt es.
Meiner Meinung nach sind striktere Regeln in Bezug auf Pestizide in Lebensmitteln nötig. Der Erhalt unserer Umwelt sowie unserer Gesundheit sollte für alle Menschen, so auch für Produzenten von Nahrungsmitteln, im Vordergrund stehen. Die Herstellung unbelasteter Gewürze ist zudem in keinster Weise utopisch, schließlich wurden auch einige wenige Proben untersucht, welche keinerlei Spritzmittel enthielten. [...mehr]
Wer ein Fan von indischen Restaurants ist, der liebt es. Zudem findet man es hierzulande oftmals in Verbindung mit einer saftigen Bratwurst. Klar, die Rede ist von Curry.
Wenn wir Deutschen von “Curry” sprechen, dann meinen wir ein ganz bestimmtes Gewürz, welches nicht nur bei der Herstellung der deutschen Currywurst Verwendung findet. Ursprünglich aber bezeichnete das Wort „Curry“ ausschließlich indische Eintopfgerichte und in vielen Ländern ist „Curry“ bis heute lediglich der Name dieser Ragouts. Die Würze der Gerichte, welche meist zusammen mit Reis oder Brot gereicht werden, wird in diesen Ländern dagegen als Masala bezeichnet. Masala ist jedoch keinesfalls ein Gewürz, das aus festen Zutaten besteht. Im Gegenteil, es wird ganz unterschiedlich zubereitet. Oftmals hat jede Familie ein eigenes Rezept, mit dessen Hilfe sie es selbst herstellt.
Das Curry-Gewürz, das wir hierzulande kennen, ist eigentlich eine Gewürzmischung. Es stammt also nicht von einer einzigen Pflanze, wie Beispielsweise Zimt, oder Vanille, sondern hat mehrere Bestandteile. Genauer gesagt kann es aus bis zu 36 verschiedenen pflanzlichen Stoffen bestehen. So findet man in der verbreiteten Curry-Gewürzmischung zum Beispiel sowohl Chili als auch Ingwer, Pfeffer, Piment, Senf und Zimt. Ebenso beinhaltet Curry die Kurkumawurzel, welche eine besonders wichtige Zutat darstellt, da sie dem Gewürz seine typisch gelbliche Farbe verleiht. Allerdings existiert auch eine so genannte Currypflanze. Diese ist in dem Gewürz zu finden, ist jedoch wie gesagt nur eine von vielen.
Übrigens: Die Inder selbst konsumieren das Curry-Gewürz wie wir es kennen gar nicht. Sie stellen es her und exportieren es lediglich. Es ist nämlich sehr an den Geschmack der Europäer angepasst.
Aufgrund ihres angenehm milden, süßlichen Geschmacks stellt die Vanille eines der beliebtesten Gewürze dar. Insbesondere für Süßspeisen wird sie verwendet und ist sogar dermaßen angesehen, dass sie oftmals als „Königin der Gewürze“ bezeichnet wird. Die Vanille ist äußerst gefragt und aus diesem Grund nach Safran, das zweitteuerste Gewürz überhaupt. Vanille wird aus den Kapseln etwa 15 verschiedener Pflanzen der Gattung Vanilla gewonnen, welche jedoch vorher sehr arbeitsintensiv fermentiert werden müssen. Insbesondere die Gewürzvanille, eine Orchideenpflanze, genauer gesagt eine Kletterorchidee aus Mittelamerika, spielt für die Vanillegewinnung eine bedeutende Rolle. Übrigens verdanken wir den Spaniern, dass Vanille auch in Mitteleuropa bekannt geworden ist, denn sie brachten das Gewürz im 16. Jahrhundert zu uns. Noch heute muss das Gewürz aus Ländern mit tropischem Klima zu uns importiert werden, so beispielsweise aus Réunion, den Komoren und Madagaskar.
Es heißt Vanille habe die Fähigkeit zu beruhigen und uns gute Laune zu bescheren. Nehmen wir Vanille zu uns, so schüttet unser Körper nämlich Endorphine aus, welche wahre Wunder bewirken können. Zudem sagt man, Vanille würde schon lange Zeit zu Aphrodisiaka verarbeitet werden. Belegt ist nämlich, dass Vanille chemisch den Sexuallockstoffen des Menschen ähnelt. Kein Wunder also, dass auch Parfums und Körperlotionen mit Vanillegeruch sehr gefragt sind.
Übrigens wird der Geschmacksgeber des Vanillegewürzes, das Vanillin, seit den 1870er Jahren häufig synthetisch produziert. Es findet sich somit in den wenigsten Sorten von Gebäck, Getränken oder Kompott, welche im Supermarkt erhältlich sind, echte Vanille. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sehr viel weniger echte Vanille geerntet werden kann, als der Markt heutzutage bereits verlangt.
Es existieren viele verschiedene Basilikumarten, welche vollkommen unterschiedlich duften und schmecken: Es gibt Arten, welche einen zitronenähnlichen Duft verströmen, andere riechen dagegen ähnlich wie Zimt. Vielleicht zählt Basilikum genau aus diesem Grund zu den beliebtesten Gewürzpflanzen überhaupt. Besonders in der italienischen Küche wird selten auf die aromatischen Blätter verzichtet. So ist Basilikum fast immer Teil von Pizza, sowie von Pastagerichten. Vor allem die Verbindung von gebräuchlichem Basilikum und Tomaten gilt als besonders schmackhaft. Kaum zu glauben, aber die beliebte Gewürzpflanze stammt nicht etwa aus dem Mittelmeerraum, sondern hat ihre Wurzeln höchst wahrscheinlich in Afrika oder Indien.
Die Bezeichnung „Basilikum“ stammt aus Griechenland und bezeichnet die Gewürzpflanze als königlich. Dies könnte sowohl mit dem außergewöhnlich vielseitigen Geschmack, als auch mit den Auswirkungen zusammenhängen, welche das Basilikum auf uns Menschen ausübt. Basilikum ist nämlich nicht nur sehr schmackhaft und hat somit die Gabe jedes durchschnittliche Gericht in einen wahren Gaumenschmaus zu verwandeln, nein, Basilikum hat zudem eine heilende Wirkung. Dass es Menschen von Unfruchtbarkeit erlösen kann, wie lange Zeit vermutet wurde, ist nicht nachweisbar, allerdings ist es in der Lage Entzündungen zu lindern, denn es wirkt antibakteriell. Zudem soll es eine beruhigende Wirkung haben, sowie die Darmflora und die gesamte Verdauung positiv beeinflussen. Aus diesem Grund wird aus Basilikumblättern häufig Tee hergestellt.
Die in Basilikum enthaltenen ätherischen Öle stehen sogar im Verdacht vor Krebserkrankungen zu schützen. Eine gute Nachricht insbesondere für Abnehmwillige: Basilikum soll sogar die Fettverbrennung ankurbeln! Zudem enthalten Basilikumblätter Vitamin C und Vitamin A, welche das Immunsystem stärken und viele wichtige Vorgänge im Körper möglich machen.
Knoblauch stammt ursprünglich aus Asien, ist jedoch heutzutage besonders im Mittelmeerraum, aber auch bei uns wegen seines aromatischen Geschmack und seiner Vielseitigkeit äußerst beliebt. Knoblauch wird schon seit langer Zeit von Menschen verwendet, ob als geschmacksgebender Zusatz für Nahrungsmittel oder als Heilpflanze. Vor allem galt er stets als entgiftend und stand im Verdacht Parasiten vertreiben zu können, so zum Beispiel Läuse. Dass diese Vermutung aufkam, hängt wahrscheinlich mit dem intensiven Geruch zusammen, den Knoblauch verströmt. Im Jahre 1989 wurde er schließlich sogar zur Arzneipflanze des Jahres.
Knoblauch enthält besonders viel Vitamin C, welches unser Immunsystem unterstützt. Zudem finden sich etliche Mineralstoffe und Spurenelemente in ihm. Besonders hoch ist der Kaliumgehalt im Knoblauch. Kalium ist für die menschliche Zelle und ihre Aufgaben von größter Wichtigkeit.
Auch heute noch registriert man die vielen heilbringenden Auswirkungen des Zwiebelgewächses, welche wahrscheinlich insbesondere mit den schwefelhaltigen Bestandstoffen der Knolle zu tun haben. So hindern diese Stoffe, insbesondere die Scordinine, heißt es, beispielsweise Bakterien daran, Krankheiten entstehen zu lassen. Knoblauch soll zudem die Blutgefäße erweitern, sowie verhindern, dass sie durch die Absetzung von Plaque verschließen, was sich Gewinn bringend auf das menschliche Herz-Kreislauf-System auswirkt. Herzinfarkt, sowie Arteriosklerose tauchen so bei Menschen, die vermehrt Knoblauch zu sich nehmen, seltener auf. Das in rohem Knoblauch enthaltene Ajoen, sowie das Allizin, sollen zudem das Blut verdünnen und somit die gesamte Durchblutung fördern. Ebenso ist Knoblauch, genau wie die Zwiebel, in der Lage das Risiko an Krebserkrankungen in der Magen-Darm-Gegend zu erkranken, zu vermindern. Knoblauch steht zudem im Verdacht sich positiv auf die menschlichen Cholesterinwerte auszuwirken. [...mehr]
Zimt wird zu den ältesten Gewürzen überhaupt gezählt. Kaum zu glauben, aber das schmackhafte Gewürz, was besonders zur Weihnachtszeit sehr beliebt ist und unter anderem in Lebkuchen verarbeitet wird, wird aus spezieller Baumrinde gewonnen. Die beliebten Zimtstangen sind somit nichts anderes als Rindenstücke. Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen Ceylon- und Cassia-Zimt, welche von unterschiedlichen Bäumen und aus verschiedenen Ländern stammen. Während der Ceylon-Zimt meist aus Sri Lanka zu uns kommt, stammt der Cassia-Zimt meist aus China.
Schon lange Zeit gilt Zimt als gesundheitsfördernd. Sowohl die indische, als auch die chinesische Medizin schwören schon auf das würzige Pulver. Sein Aroma soll die Stimmung heben und sogar den Kreislauf stabilisieren. Bei Entzündungen wird beispielsweise Zimt verwendet, da er desinfizierend wirken soll. Auch soll er bei Magen-Darm-Problemen zur Besserung verhelfen. Kopfschmerzen, sowie Krämpfe können angeblich auch durch Zimt vergehen, da er scheinbar durchblutungsfördernd wirkt und krampflösend ist. Vor einigen Jahren wurde sogar herausgefunden, dass Zimt senkend auf den Blutzuckerspiegel einwirkt. Und ebenfalls im Zimt enthaltene sekundäre Pflanzenstoffe stehen im Verdacht Krebserkrankungen vorzubeugen!
Noch aktuellere Untersuchungen jedoch waren Anlass dafür, dass empfohlen wurde, nicht allzu häufig zu zimthaltigen Produkten zu greifen. Phenylpropanoide, insbesondere Cumarin, welches zimthaltige Lebensmittel beinhalten, soll nämlich auf Dauer die menschliche Leber schädigen. Besonders in Cassia-Zimt ist übrigens viel Cumarin zu finden. Derzeit sollen Hersteller allerdings schon den Cumarin-Gehalt ihrer Produkte im Blick haben und darauf achten, dass gefährliche Mengen nicht länger auf dem Markt erhältlich sind. Empfindliche Menschen sollten trotzdem vorsichtig mit Zimt umgehen, denn er ruft relativ häufig Allergien hervor.
Zimt hat demnach zwei Gesichter. Wer den Zimtkonsum allerdings nicht übertreibt, sollte auf der sicheren Seite sein. Es ist sogar die Rede davon, dass Zimt täglich auf dem Speiseplan stehen darf, allerdings nicht in allzu großen Mengen verzehrt werden sollte. [...mehr]
Kurkuma, Koriander, Kardamom - die asiatische Küche ist bekannt für ihren vielfachen Einsatz von Gewürzen und Kräutern. Asiatisches Essen ist jedoch nicht nur lecker, sondern vor allem auch gesund. Die vielen ätherischen Öle in den Speisen entfalten nicht nur einen wunderbar exotischen Duft, sondern beugen häufig auch Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Auch in unseren Breitengraden erfreut sich die asiatische Küche immer größerer Beliebtheit, nicht zuletzt gerade wegen dieser “besonderen Würze”.
Eines dieser Gewürze, das aus der asiatischen Küche kaum wegzudenken ist, ist Zitronengras (Cymbopogon Citratus). Diese schilfartige Pflanze, die in Asien bis zu 1,5 m hoch wird, ist vor allem wegen ihrer milden Frische äußerst beliebt und findet sich insbesondere in den Küchen Thailands, Kambodschas und Sri Lankas wieder. Geschmacklich ähnelt Zitronengras nicht nur der Zitrone, sondern vor allem der Zitronenmelisse. Zerreibt man die feinen Blätter zwischen den Fingern, entsteht ein wunderbar frisches, zitroniges Aroma.
Meist wird Zitronengras frisch verwendet, wobei lediglich der geschmacksintensive Stängel und die Knolle zum Einsatz kommt. Dabei werden die ganzen Stängel den Speisen während des Kochens hinzugefügt und anschließend - je nach Geschmack- wieder entfernt. Dadurch entsteht ein wundervoll zitronenduftiges erfrischendes Aroma, das jedem Gericht eine besondere Note verleiht.
Zitronengras bekommt man in jedem gut sortiertem Asia-Laden zu einem Preis von 2-3 Euro. Es hält sich im Kühlschrank bis zu einer Woche, sollte aber möglichst frisch verarbeitet werden - dann schmeckts nämlich besser!