Verwendung von Azofarbstoffen erfordert Warnhinweise

Autor: Svea

Süßigkeiten in Tarnfarben? Das scheint undenkbar. Von klein auf kennen wir Fruchtgummi, Schokolinsen und Bonbons lediglich grell und bunt. Was allerdings nur wenige wissen: Der Verzehr von Farbstoffen, die einige Lebensmittel bergen, ist riskant. Um Verbraucher zu schützen, forderten Experten die Kennzeichnung bestimmter Zusatzstoffe auf den Verpackungen. Ab Juli 2010 können Azofarbstoffe leicht gemieden werden.

Farbstoffe in Schokolinsen können ein Risiko darstellen. © Flickr / Professor Rogers

Für die eigene Gesundheit, das wohl wichtigste Gut eines jeden Menschen, würden die meisten mit Sicherheit auf die auffällige Farbgebung der Süßigkeiten verzichten. Natürlich sagt man nicht umsonst: „Das Auge isst mit“, doch zählt doch vor allem der Geschmack, wie der wenig appetitliche Braunton der beliebtesten Nascherei überhaupt beweist. Allerdings wissen die wenigsten Verbraucher von der gefährlichen Wirkung einiger Farbstoffe und greifen vollkommen ohne Bedenken zu Produkten mit Azofarbstoffen. Diese Inhaltsstoffe werden zudem erst im Sommer 2010 ausdrücklich auf Verpackungen vermerkt. Selbst wenn Konsumenten also von den vermeintlichen Risiken der färbenden Substanzen wussten, waren sie nur bedingt fähig, diese zu meiden: lediglich unauffällige E-Nummern in der Zutatenliste wiesen auf ihr Vorkommen hin.

Verbraucherschützer allerdings sehen die Gefahren, die durch den Verzehr von Azofarbstoffen bestehen, als derart entscheidend an, dass die Verwendung der Farbstoffe Gelborange E 110, Azorubin E 122, Allurarot AC E 129, Tartrazin E 102, Cochenillerot E124 und Cholingelb E 104 schon bald nicht mehr übersehen werden kann. Warnhinweise sollen nicht etwa nur auf das Risiko einer Allergie zu sprechen kommen. Durch die Aufschrift „kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“, soll auch der mögliche Zusammenhang zwischen den Zusatzstoffen und Konzentrationsschwierigkeiten sowie Hyperaktivität thematisiert werden.

Da fast die Hälfte der Süßigkeiten für Kinder bedenkliche Zusatzstoffe enthält, dürfte diese neue Kennzeichnung sicher des Öfteren ins Auge fallen. Nun kann der Kunde entscheiden, ob er auf die Farbstoffe verzichten möchte oder nicht. Verbraucherschützer allerdings fordern noch immer das EU-weite Verbot jener färbenden Substanzen.


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