Wie Japan bei Übergewicht vorgeht
Die Einwohner der Industrieländer werden immer dicker. Eine ungesunde Ernährung sowie Bewegungsmangel, werden als Ursachen gesehen. Dass Maßnahmen ergriffen werden sollten, um den Gesundheitszustand und die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, ist den meisten bewusst. Es stellt sich jedoch immer wieder die Frage, wie man Menschen idealerweise zum Abnehmen bewegt. Japan hat beispielsweise sehr strenge Auflagen.
Während viele Länder vermehrt darauf setzen, ihre Bürger besser
über die Zusammensetzung von Lebensmitteln und die Bedürfnisse des menschlichen Organismus’ aufzuklären, geht man in Japan sehr viel drastischer vor, wird auf der Internetpräsenz WirtschaftsWoche beschrieben. Anstatt Information unter die Leute zu bringen, scheint hier vermehrt auf die Ausübung sozialen Drucks gesetzt zu werden.
Jeder Angestellte eines japanischen Unternehmens muss sich jährlich einer ärztlichen Untersuchung aussetzen. Bei dieser wird ermittelt ob die Arbeitnehmer bestimmten Ansprüchen bezüglich körperlicher Fitness, gerecht werden. Überprüft wird beispielsweise ob der Bauchumfang einen gewissen Wert übersteigt, ob die Blutwerte in Ordnung sind und natürlich inwiefern das Gewicht des Angestellten angemessen ist. Gibt es Beanstandungen irgendeiner Art, so wird das Unternehmen, welches den übergewichtigen Arbeiter beschäftigt, dazu aufgerufen, höhere Beitrage an die Krankenkasse zu zahlen. Die Angestellten, welche Gewichtsprobleme haben, werden somit indirekt dazu aufgefordert sich gesünder zu ernähren und / oder vermehrt Sport zu treiben. Schließlich steht den wenigsten der Sinn danach eine finanzielle Last für ihre Arbeitgeber zu sein.
Was auf den ersten Blick wie eine allzu strenge und etwas erniedrigend anmutende Maßnahme aussieht, verfolgt natürlich ein höheres Ziel: Japans Einwohner sollen insgesamt gesünder werden. Schade ist meiner Meinung nach, dass es scheint, als stünde weniger das Wohlbefinden des Einzelnen im Fokus der Betrachtung, als vielmehr der finanzielle Nutzen für den Staat. Übergewichtige Menschen kosten natürlich jede Menge Geld. Schließlich können als Folgen falscher Ernährung und Bewegungsmangel schlimme und kostspielige Erkrankungen auftreten. Trotzdem finde ich, dass an einer Methode gearbeitet werden sollte, die Menschen, ohne unnötig Druck auszuüben, selbst davon überzeugt, dass es so nicht weitergehen kann. Oder sollte das wirklich ein utopischer Wunsch sein?
Das würde in D schon gar nicht funktionieren. Die wenigsten Angestellten / Arbeiter hätten doch ein Problem damit, wenn der Arbeitgeber höhere Kssenbeiträge zahlen müsste.

